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Artikel von Pierre-André Wagner aus der Fachzeitung "Krankenpflege" Mai 2019 vom SBK Schweiz

Santésuisse greift Pflegeinitiative mit abstrusen Zahlen an
04. April 2019
Der Krankenversicherungsverband setzt die Sicherheit der Patientinnen und Patienten aufs Spiel, indem er den Fachkräftemangel in der Pflege ignoriert und Lösungen mit mehr als fragwürdigen Prognosen torpediert.
6000 Stellen für Pflegefachpersonen können nicht besetzt werden. Die Ausbildungszahlen erreichen bei den diplomierten Pflegefachpersonen seit Jahren nicht einmal die Hälfte des Bedarfs. Unattraktive Arbeitsbedingungen treiben Pflegende nach rund 15 Jahren aus dem Beruf. Aber für den Krankenkassenverband Santésuisse ist der Fachkräftemangel in der Pflege inexistent. Stattdessen setzt er mit unseriösen, auf aus der Luft gegriffenen „Berechnungen“  die Sicherheit der Patientinnen und Patienten aufs Spiel.  So argumentiert Santésuisse beispielsweise mit exorbitanten Lohnsteigerungen für das Pflegefachpersonal, als Folge sowohl der Volksinitiative als auch des indirekten Gegenvorschlags, der heute von der nationalrätlichen Gesundheitskommission behandelt wird.
Hingegen ignoriert der Kassenverband das  in zahlreichen internationalen Studien nachgewiesene Sparpotenzial von qualitativ hochstehender Pflege. Dieses lässt sich auf unter anderem auf kürzerer Spitalaufenthalte, tiefere Komplikations- und Infektionsraten und eine tiefere Sterblichkeit zurückführen. „Es ist mehr als bedenklich, wie Santésuisse Fakten negiert und mit unhaltbaren Zahlen auf Panik macht. Als Gesellschaft können wir es uns nicht leisten, dass Menschen pflegerisch unterversorgt sind oder ihre Sicherheit wegen des Personalmangel gefährdet wird. Darum braucht es die Pflegeinitiative“, sagt Yvonne Ribi, Geschäftsführerin der SBK.


«Wer pflegt mich im Jahr 2030, lieber Bundesrat?»

07. November 2018

Zum Jahrestag der Einreichung der eidgenössischen Volksinitiative für eine starke Pflege machten in acht Schweizer Städten hunderte Freiwillige symbolisch auf den Fachkräftemangel in den Pflegeberufen aufmerksam, während gleichentags der Bundesrat seine ablehnende Haltung zur Pflegeinitiative kommuniziert.

«Wer pflegt mich im Jahr 2030, lieber Bundesrat?» (Foto: SBK-ASI)

Der Bundesrat wird die Ablehnung der Pflegeinitiative ohne Gegenvorschlag bekräftigen. Damit verpasst er es, notwendige und griffige Massnahmen gegen den Pflegenotstand zu ergreifen. Die Schweiz bildet bereits heute massiv zu wenig Pflegepersonal aus.

«Wer pflegt mich im Jahr 2030, lieber Bundesrat?». Diese Frage stellen heute hunderte Freiwillige in acht Schweizer Städten an einem Aktionstag des Berufsverbandes der Pflegefachpersonen SBK. Die Aktionen verdeutlichen, wie wichtig genügend Pflegefachpersonen für die Patientensicherheit sind, dass es griffige Massnahmen braucht, dass genügend Fachkräfte ausgebildet werden.

Mit der Ablehnung der eidgenössischen Volksinitiative für eine starke Pflege ohne Gegenvorschlag verkennt der Bundesrat die Dringlichkeit des Pflegenotstandes in der Schweiz. Der in Aussicht gestellte Massnahmenplan reicht bei weitem nicht aus, um die Probleme in der Pflege zu lösen. Für Yvonne Ribi, SBK Geschäftsführerin gibt es nun zwei Möglichkeiten: «Die Initiative kommt vors Volk oder das Parlament greift ein und macht einen guten Gegenvorschlag».

Nicht einmal die Hälfte des benötigten diplomierten Pflegefachpersonals wird ausgebildet

Bis ins Jahr 2030 braucht es gegen 65’000 zusätzliche Pflegende, wie ein Versorgungsbericht der GDK und der OdASanté aufzeigt. Die Schweiz bildet jedoch bereits heute massiv zu wenig Pflegepersonal aus. Besonders bei den diplomierten Pflegefachpersonen ist die Situation gravieren. Hier erreichen die Ausbildungszahlen seit Jahren nicht einmal die Hälfte des prognostizierten Bedarfs. Verstärkt wird die Problematik durch eine tiefe Berufsverweildauer der ausgebildeten Fachpersonen. Sie werden durch zunehmenden Druck, Stress und die schlechte Vereinbarkeit von Beruf und Familie aus dem Beruf getrieben.

Aktionstag: acht Standorte – hunderte Freiwillige – zehntausend Fachkräfte gesucht

Am selben Tag, wie der Bundesrat voraussichtlich seine Botschaft zur Initiative verabschiedet, machen hunderte Freiwillige in acht Schweizer Städten am Jahrestag der Einreichung der Unterschriften für die Pflegeinitiative auf den zunehmenden Pflegepersonalmangel aufmerksam.«Wer pflegt mich im Jahr 2030?» steht auf den Schildern der zahlreichen Statistinnen und Statisten, die als «PatientInnen» in Krankenhaushemden erkennbar sind.

Ziel der Aktion ist es darzustellen, wie gefährlich das zunehmende Missverhältnis zwischen der Zahl der Pflegefachpersonen und jener der Patientinnen und Patienten in Zukunft sein kann. Wenn eine Pflegefachperson für immer mehr Patienten verantwortlich ist, steigt das Sterberisiko für die Patienten. «Nur mit verbindlichen gesetzlichen Anpassungen kann das Problem gelöst und die pflegerische Versorgung für die Bevölkerung auch in Zukunft sichergestellt werden», erklärt Yvonne Ribi.

Kontakt für Rückfragen:

Deutsch: Yvonne Ribi, Geschäftsführerin SBK, Tel. 079 30 48 50
Français: Sophie Ley, Vizepräsidentin SBK, Tel. 079 374 49 02


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Wichtiger Artikel zum Thema MiGeL
(Quelle: Zeitschrift "Krankenpflege SBK ASI" 
Ausgabe 7/2018
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Gesamte MiGeListe (Stand Juli 2018):

- DEMO am Tag der offenen Tür in Wattwil am 02. Juni 2018 gegen die Schliessung des erst neu gebauten Spital.



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- Bundesrat negiert Pflegenotstand

​9. März 2018

Der Bundesrat lehnt die Pflegeinitiative ohne Gegenvorschlag ab. Für den SBK ist dieser Entscheid völlig unverständlich.
„Der Bundesrat verschliesst die Augen vor den Tatsachen. Schon jetzt ist der Fachkräftemangel in der Pflege massiv: 11‘000 Stellen im Pflegebereich sind aktuell nicht besetzt, davon über 6500 für diplomierte Pflegefachpersonen. Und die Situation wird sich mit den vom Bund angekündigten Massnahmen nicht verbessern lassen“, erklärt SBK-Geschäftsführerin Yvonne Ribi. „Für die Patienten – also uns alle – sind das sehr düstere Aussichten“.
Der Bundesrat begründet seine Ablehnung unter anderem mit Massnahmen, die bereits ergriffen worden seien, um dem Mangel an Fachpersonal im Pflegebereich zu begegnen. „Die bisherigen Massnahmen haben zu wenig gebracht: Im Bildungsbereich sind die Ausbildungszahlen der dringend benötigten diplomierten Pflegefachpersonen sogar rückläufig. Jede fünfte FaGe hat dem Gesundheitswesen nach fünf Jahren bereits den Rücken gekehrt. Eine Imagekampagne für die Langzeitpflege ist vor diesem Hintergrund reine Pflästerlipolitik“, ärgert sich Yvonne Ribi.  „Um die Patientensicherheit auch in Zukunft zu gewährleisten, braucht es mehr als halbherzige Lippenbekenntnisse. Es führt kein Weg an gesetzlichen Massnahmen vorbei. Nur damit kann man den Fachkräftemangel in der Pflege nachhaltig bekämpfen.“
Die Pflegeinitiative will eine gute Pflegequalität auch in Zukunft sicherstellen, denn nur so ist auch die Sicherheit der Patienten gewährleistet. Fehlt gut ausgebildetes Pflegefachpersonal, kommt es nachweislich häufiger zu Komplikationen wie Infektionen, Wundliegen oder Stürzen, und das Sterberisiko für die Patienten steigt. „Die Bevölkerung weiss das. Das ist mitunter ein Grund weshalb wir innerhalb von nur 8 Monaten die benötigten Unterschriften gesammelt haben", so Yvonne Ribi

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- Jetzt ist es offiziell - Pflegeinitiative mit 114.078 gültigen Unterschriften zustandegekommen

04. Dezember 2017

Bundesrat und Parlament werden sich definitiv ernsthaft mit der Pflege befassen müssen. Die Bundeskanzlei hat dem SBK mitgeteilt, dass die Eidgenössische Volksinitiative für eine starke Pflege zustande gekommen ist.

Weiterlesen unter:

https://www.sbk.ch/aktuell/news-detail/article/2017/12/04/title/jetzt-ist-es.html?no_cache=1&cHash=207349a9fd0055e9180e2947bc4adb64

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- Mangel an Pflegefachpersonal gefährdet pflegerische Versorgung

08. September 2016

Medienmitteilung des Schweizer Berufsverbands der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner SBK zum Versorgungsbericht von GDK und OdaSanté vom 8.9.2016.

Die Lücke zwischen dem Bedarf an Pflege- und Betreuungsleistungen und dem Personal, das ausgebildet wird, klafft immer weiter auseinander. Trotz grosser Anstrengungen werden im ganzen Pflegebereich nur 56 Prozent des benötigten Personals ausgebildet. Besonders gravierend ist die Situation bei den diplomierten Pflegefachpersonen: Anstatt der benötigten 6075 Abschlüsse erhielten 2014 lediglich 2620 Personen ihr Diplom, was einem Erfüllungsgrad von mageren 43.1 Prozent entspricht. „Wenn jetzt nicht intensiv in die Diplompflege investiert wird, gefährden wir ernsthaft die pflegerische Versorgung“, erklärt SBK-Präsidentin Helena Zaugg.

Der heute präsentierte Versorgungsbericht von GDK und OdaSanté zeichnet ein düsteres Bild für die zukünftigen Patienten in Schweizer Spitälern, Bewohnerinnen in Pflegeheimen und Klientinnen und Klienten der ambulanten Pflege und Betreuung. Lediglich 56 Prozent des benötigten Personals – über alle Stufen gesehen – wird ausgebildet. Besonders gravierend ist die Lücke zwischen Bedarf und Ausbildungszahlen bei den diplomierten Pflegefachpersonen (den früheren Krankenschwestern): Hier beträgt der Erfüllungsgrad nur gerade 43.1 Prozent. In Zahlen: Um den Bedarf zu decken, müssten jährlich 6075 Personen die Ausbildung zur diplomierten Pflegefachperson HF oder FH abschliessen, lediglich 2620 taten dies 2014 auch tatsächlich.

„Wir sind froh um jede einzelne Person, die im Bereich Pflege und Betreuung eine Ausbildung absolviert. Und wir wissen, dass Ausbildungsstätten und Arbeitgeber viel dafür tun, genügend Interessierte für diese Berufe zu finden“, erklärt Helena Zaugg, die Präsidentin des SBK. „Aber die Resultate des  Versorgungsberichts machen uns grosse Sorgen. Die gute pflegerische Versorgung ist ernsthaft in Gefahr, wenn es nicht gelingt, die Ausbildungszahlen bei den Pflegefachpersonen massiv zu erhöhen und an den Bedarf anzugleichen. Denn um die immer zahlreicheren Menschen mit mehreren chronischen Erkrankungen zu pflegen, braucht es genügend Pflegefachpersonal. Sonst drohen Komplikationen, menschliches Leid und letztlich eine unkontrollierbare Kostensteigerung.“

Aus Sicht des SBK braucht es koordinierte, intensive  und ernsthafte Anstrengungen von Bund, Kantonen, Arbeitgebern und Ausbildnern, um die Ausbildungszahlen zu erhöhen und die pflegerische Versorgung sicherzustellen. Der Berufsverband fordert insbesondere Massnahmen in den folgenden Bereichen:

  • Attraktivität der Ausbildung, namentlich ein höherer Ausbildungslohn für die angehenden diplomierten Pflegefachpersonen HF und FH, damit insbesondere FaGes die Diplomausbildung in Angriff nehmen.
  • Attraktivität der Arbeitsbedingungen des Pflegepersonals, namentlich eine ihren Kompetenzen und Verantwortung entsprechende Entlöhnung
  • Investitionen in die Vereinbarkeit von Beruf und Familie
  • gesetzliche Anerkennung des eigenverantwortlichen Bereich der diplomierten Pflegefachpersonen

 Der SBK startet demnächst die Unterschriftensammlung für die eidgenössische Volksinitiative „für eine starke Pflege“. Die Zahlen des Versorgungsberichts zeigen die Notwendigkeit dieser Initiative in aller Deutlichkeit auf. Die Initiative fordert die Anerkennung und Förderung der Pflegefachpersonen als zentralen Bestandteil der Gesundheitsversorgung und verpflichtet Bund und Kantone dazu, für genügend ausgebildete Pflegefachpersonen zu sorgen.

Für Fragen steht zur Verfügung:

Helena Zaugg, Präsidentin, Tel. 079 880 92 27

Link: Versorgungsbericht GDK/OdaSanté:

www.gdk-cds.ch/index.php